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Bechem GmbH









LAUDATIO


Skulptur von Timothy Vincent für die Carl Bechem GmbH (20. Mai 2005)

Sehr geehrter Herr Franz, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

zur Eröffnung des neuen InnovationsCentrums setzt die traditionsreiche Carl Bechem GmbH ein historisches Zeichen mit der Enthüllung der Skulptur, die von Timothy Vincent geschaffen wurde. Der in Wetter wirkende Steinbildhauer hat vor seiner Ausbildung fünf Jahre in einem Steinbruch gearbeitet und ist vertraut mit den spezifischen Eigenschaften und Besonderheiten seines Arbeitsmaterials. Die beiden Steine für die Skulptur hat er mit bedachtsamer Sorgfalt und unter Berücksichtigung der Firmencharakteristika ausgewählt.

Der Marmor, den Herr Vincent für die Kreisform ausgesucht hat, ist ein metamorphes Gestein, ein aus Kalkstein entstandenes Edelgestein. Eine Parallele zur Firmenproduktion wird hier augenscheinlich: Aus dem Rohstoff Erdöl wird durch Raffination eine Veredelung des Naturstoffes erzeugt. Die Graphitmaserung in dem weißen Marmor verweist ebenfalls auf die Produktion von Schmierstoffen, die aus diesem Gestein gewonnen werden. Der Sockel aus Basalt entkoppelt die Skulptur von dem farblich ähnlichen Schieferboden, wodurch sie im Raum zu schweben scheint.

Die Grundform der Marmorskulptur ist der Kreis, der dadurch charakterisiert ist, dass er weder einen Anfangs- noch einen Endpunkt hat. Als Archetypus steht der Kreis in seiner geschlossenen, perfekt-harmonischen Form seit vielen Jahrhunderten in zahlreichen Kulturen und Religionen als Symbol für Einheitlichkeit und Vollkommenheit. Im engen Zusammenhang mit dem Symbol des Rades gesehen, versinnbildlicht der Kreis den modifizierten Aspekt der Bewegung. überraschende Perspektiven jedoch birgt diese Kreisskulptur, die bewusst nicht als archetypischer, gleichmäßiger Kreis von Timothy Vincent entwickelt, sondern durch eine harmonische Schwingung gebildet wurde und vier Wendepunkte aufweist. Durch die Rotation vollzieht die Skulptur eine Metamorphose und versinnbildlicht das Firmenmotto: "Global denken - speziell lösen", sprich: den Umwandlungsprozess von der Idee zur Lösung, worauf bereits Herr Franz in seiner Ansprache hinwies.
Der Schweizer Plastiker Jean Tinguely schrieb: "Das einzig Stabile - das ist überall und immer die Bewegung. Das Definitive ist das Provisorische." In all seinen wandlungsreichen Facetten vergegenwärtigt die Kreisskulptur die Unternehmensphilosophie der Carl Bechem GmbH und das Firmenprofil "That'Special". So verweist die Skulptur auf das traditionsreiche Know-How und das innovative Wissensmanagement der Firma, deren Produktpalette durch zunehmende Fokussierung auf Kernbereiche und Nischen globale Erfolge des Unternehmens zeitigt. Als Signet mit Wiedererkennungswert verweist die Skulptur sowohl auf die Eigenschaften der Bechem-Produkte als auch auf die Ratio des Unternehmens: Innovation und Qualität, Perfektion, Sicherheit und Optimierung gehören zu den wesentlichen Kriterien und führen im Resultat zur Reibungslosigkeit und Störungsfreiheit. Mit der Kreisskulptur ist das Firmen-Signet effizient gesetzt. Es zeichnet sich aus durch Verständlichkeit und Einprägsamkeit.

Das Signet ist ein Teil der sogenannten Corporate Identity und man würde kaum vermuten, dass der Pioniergeist in Hagen auch diesbezüglich Tradition hat. Als Erfinder des Corporate Designs gilt der Künstler Peter Behrens. Anfang des 20. Jahrhunderts hat in Hagen den jungen Künstler der Kulturreformer Karl Ernst Osthaus mit Projekten betraut. Ohne das Engagement und die finanzielle Unterstützung von Osthaus wäre Behrens' steile Karriere nicht denkbar. Zwischen 1907 und 1914 hat Behrens als künstlerischer Berater für die AEG in Berlin zum ersten Mal ein einheitliches Unternehmens-Erscheinungsbild eingeführt und gilt als erster, auf den der neu formulierte Begriff "Designer" angewandt wurde.

Diese Entwicklung um 1900 ist jedoch weitaus jünger als das Unternehmen, das im Jahr 1834 gegründet wurde. Es kann immer wieder nur betont werden, dass die Carl Bechem GmbH der älteste Schmierstoffhersteller in Deutschland ist und eine der ersten Gründerfirmen in Hagen. Das Unternehmen hat sich durch seinen ungebrochenen Pioniergeist den Ansprüchen der modernen Technologie angepasst und sich weltweit Märkte erschlossen. Mit Blick in die Vergangenheit ist das Unternehmen seiner Tradition verbunden, gegenwärtig mit zu lösenden Problemen befasst und damit hier und jetzt wie auch in der Zukunft neuen Aufgaben aufgeschlossen. Man kann angesichts der Skulptur zu Recht zusammen fassen: Bechem schließt den Kreis.
Vielen Dank.